Grundlagen des Prozesskostenmanagement

Anwendungsgebiete der Prozesskostenrechnung

Gemeinkostenmanagement

Die Prozesskostenrechnung wird in der Literatur als wesentlicher Bestandteil und Entscheidungsgrundlage des Gemeinkostenmanagement genannt. Das Gemeinkostenmanagement ist ein Zweig des Kostenmanagement. Im Verlauf des Kapitels wird daher vorwiegend der Begriff Kostenmanagement verwendet. In der traditionellen Kostenrechnung werden Kosten nach Kostenarten unterteilt. Weiterhin werden Kosten auf Zurechnungsobjekte wie Kostenstellen, Kostenträger oder Prozesse verrechnet. Bei der Kostenrechnung geht es um die Ermittlung und Erfassung des in Geld ausgedrückten Verbrauchs an Produktionsfaktoren, wie z.B. Sachgüter, Rohstoffe, Dienstleistungen oder der Arbeitseinsatz für die Leistungserstellung. Auf der Output-Seite steht die Leistungsrechnung, welche die Erlöse der hergestellten und abgesetzten Produkte erfasst.(1) Deshalb wird der verallgemeinerte Begriff Kostenrechnung in Lehre und Literatur auch als Kosten- und Leistungsrechnung bezeichnet.

 

Abb. Kostenrechnung
Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Hummel/Männel, Kostenrechnung 1, 1982

Das Ziel des (Gemein-) Kostenmanagement ist die Beeinflussung der (Gemein-) Kosten. Des Weiteren umfasst das Kostenmanagement alle Methoden und Maßnahmen oder Verfahren, die eine Analyse und Einflussnahme auf die Kosten ermöglichen.
Die Kostenrechnung und das Kostenmanagement bedingen sich insofern, dass ein Kostenmanagement auf eine aussagefähige Erfassung und Abbildung der Kosten angewiesen ist, um erfolgreich zu sein. Kostenmanagement ist Aufgabe des Controllings, in dem es wie schon genannt Mittel, Maßnahmen und Methoden für die Entscheider in einem Unternehmen zur Verfügung stellt, in der Regel mit dem Ziel der Kostenreduzieung. Um eine größtmögliche Wirkung zu erzielen, gilt frühzeitig, Kostensenkungs- und Leistungspotentiale zu erkennen und auszuschöpfen. (2)
Die Analyse und Einflussnahme im Kostenmanagement erfolgt über drei Eigenschaften der Kosten: (3)

Die Beeinflussung des Kostenniveaus betrifft die mengen- und wertmäßige Reduzierung der Kosten. In diesen Bereich fallen z.B. die Reduzierung von Rohstoff, oder Materialverbrauchsmengen, verkürzte Durchlaufzeiten, Verringerung der Kosten durch verbesserte Lieferantenpolitik.(4) Ziel der Einflussnahme auf das Kostenniveau ist hauptsächlich die Senkung der Kostenhöhe durch Aufspürung von Ein-sparpotentialen. Für das Gemeinkostenmanagement wäre das Identifizieren von Leerlaufprozessen, Doppelarbeiten oder Aufdeckung unwirtschaftlicher Prozesse im Rahmen einer Prozesskostenrechnung zu nennen.

Der Kostenverlauf zeigt das Verhalten der Kosten z.B. bei Beschäftigungsänderung. Eine Fragestellung könnte lauten, wie verhalten sich die sprungfixen Kosten bei einer Erhöhung der Produktion. In Betracht kommen hier Kosten für Leiharbeit, Überstunden-, Nacht-, Sonn-, und Feiertagszuschläge. Im Allgemeinen gilt es, die degressive Abnahme der Kosten bei Erhöhung der Beschäftigung zu fördern. Hierunter ist das bessere Verhältnis der stückfixen Kosten, bei erhöhter Kapazität, zum Umsatz oder zu den Gesamtkosten zu verstehen. Im Gegensatz dazu sind progressive Kostenverläufe zu vermeiden.

Die Kostenstruktur zeigt die unterschiedliche Zusammensetzung und Unterteilung der Kostenkategorien auf. An dieser Stelle sind z.B. fixe, variable, Einzel- und Gemeinkosten einzuordnen. Das Ziel der Einflussnahme auf die Kostenstruktur ist vornehmlich die Umwandlung von fixen in variable Kosten, welche ein Unternehmen bei konjunkturellen Schwankungen weniger anfällig machen sollen. Im Sinne des Gemeinkostenmanagement sind hier Maßnahmen zu verstehen, welche sich auf eine Reduzierung und veränderte Zuordnung der Gemeinkosten zu verstehen.

Allein die Einführung eines Gemeinkostenmanagement mittels der Prozesskostenrechnung vermag den Gemeinkostenblock nicht zu senken. Das Konzept der Prozesskostenrechnung durch Analyse der Tätigkeiten und die Bildung von Teil-, und Hauptprozessen, macht aber den Gemeinkostenblock sehr transparent. Die einzelnen Gemeinkostenbereiche, wie Forschung und Entwicklung, Verwaltung oder Vertrieb, sind nun nicht mehr als Blöcke darstellbar, sondern als Prozesse. Der Grundgedanke des Gemeinkostenmanagement ist es, die Prozesse auf deren Ressourcenbeanspruchung und Kostenentstehung zu untersuchen und somit Einspar- und Kostensenkungspotentiale offen zu legen.

Quellen:

(1) Vgl. Gehrhart Förschle, Manfred Kropp, Kostenrechnung, Betriebliches Rechnungswesen und Kalkulation, 1999, S 12
(2) Vgl. Michel, Torspecken, Jandt, Neue Formen der Kostenrechnung, Kostenrechnung II, 1999, S.219-221
(3) Vgl.Michel, Torspecken, Jandt, Neue Formen der Kostenrechnung, Kostenrechnung II, 1999, S.220
(4) Vgl.Internet, http://www.rechnungswesen-office.de/inhalt/hco_kostenmanagement.html , Rudolf Haufe Verlag GmbH & Co KG, 08/2003

 

 
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