Von der funktionsorientierten- zur prozessorientierten Organisation

Einleitung

Obwohl in späteren Kapiteln noch näher auf die Begriffe funktionsorentierte und prozessbezogene Organisation eingegangen wird, sollen zum Verständnis der nachfolgenden Abschnitte, beide kurz erläutert werden.

Funktionsorientierte Organisation:
Ausrichtung und Fokus der betrieblichen Organisation sind die in vertikal typischen Hierarchien angesiedelten Funktions- und Entscheidungsträger, man denke hierbei an ein Organigramm, vereinfacht als Beispiel: oben der Geschäftsführer, unter ihm ein Abteilungsleiter und unter ihm wiederum mehrere Angestellte. Weiterhin ist die horizontale Aufteilung des betrieblichen Leistungsprozesses in kleinere Leistungseinheiten gegeben. Als Beispiel für die horizontale Ausrichtung der Organisation, kann man Spezialisten oder die Arbeitsteilung nennen.

Prozessorientierte Organisation:

Betriebliche Prozesse oder auch Geschäftsprozesse stehen im Mittelpunkt des organisatorischen Denken und Handelns. Die Orientierung erfolgt nicht auf Funktionen, sondern auf Kunden, Mitarbeiter und Prozesse. Ziel ist es, Prozesse, welche die Wertschöpfung und den Kundennutzen erhöhen zu fördern und Prozesse welche keine Wertschöpfung für das Unternehmen bringen, zu eliminieren. (1)

Das Hauptziel von Unternehmen welche auf dem freien Markt agieren, ist die Erzielung eines möglichst hohen Gewinns. Selbst Unternehmungen welche keine Gewinnerzielungsabsicht verfolgen wie z.B. gemeinnützige Stiftungen, öffentliche Institutionen oder Behörden, sind gewissen Restriktionen ausgesetzt, wie der Verbrauch bestimmter Ressourcen oder die Einhaltung von vorgegebenen Budgets oder Haushaltsplanungen .

Um diesen Zielen möglichst nahe zu kommen, müssen Führungskräfte einen Organisationsrahmen schaffen, welche optimale Bedingungen schaffen um diese Unternehmensziele zu erreichen. (2)
Dieser Organisationsrahmen umfasst die Festlegung der
Aufbau- und Ablauforganisation mit den notwendigen Aufgaben der...

. Entscheidung

. Steuerung

. Durchführung

... zur systematischen und methodischen Zielerreichung.
Binner nennt vier Gestaltungsprinzipen zur Erreichung der Hauptziele eines Unternehmens (3)
Gestaltungsprinzipien des organisatorischen Ordnungsrahmen

1. Zweckmäßigkeit
Eine Organisation muss dem Gesamtziel zur entsprechen. Das heißt Produktionsunternehmen haben eine andere Organisation wie Dienstleistungsunternehmen.

2. Wirtschaftlichkeit
Wirtschaftlichkeit als Vorraussetzung, für die Erzielung von Unternehmensgewinnen oder Einhaltung von Haushaltsplänen in öffentlichen Unternehmungen.
3. Gleichgewicht
Die flexible Anpassung an veränderte Umfeldbedingungen, wie steigender Wettbewerb oder kürzere Produktlebenszyklen. Aufwand der Organisation im Verhältnis zum Nutzen.
4. Koordination
Das Gesamtoptimum eines Prozesses und nicht das Teiloptimum einzelner Aufgaben müssen im Fokus der Organisation stehen.

Zu den vier Gestaltungsprinzipien nach REFA zählt Binner, in einem fünften Punkt, als eine Art Kodex die Humanität, als integraler Bestandteil aller Gestaltungsprinzipien. Zu nennen sind hier die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Bestandteile der Organisation wie, Arbeitsschutz, Menschenwürde oder Unfallschutz. Sowie die den heutigen Wertevorstellungen entsprechende Arbeitswelt, der Ausrichtung nach den Bedürfnissen der Mitarbeiter bis hin zur interessanten und leistungsgerecht entlohnten Tätigkeiten welche unter anderem zu einem guten Betriebsklima führen.

Im bisherigen Abschnitt wurden die Ziele eines Unternehmens aus Sicht der Organisation sehr global und allgemein beschrieben mit der Zusammenfassung als Oberziel die Gewinnmaximierung.
Aber welche Teilziele führen zum Gesamterfolg? Oder anders ausgedrückt:
Warum sollten Unternehmen überhaupt ihre bisherige traditionelle Organisationsform (meist eine funktionsorientierte) in eine prozessorientierte Organisation überführen?
Ist doch dieser Wandel einhergehend mit der Veränderung einer ganzen Unternehmenskultur bis hin zur Infragestellung der Unternehmensphilosophie. Weiterhin ist anzumerken, das unabhängig welche Umstrukturierung oder Neuausrichtung der Organisation eine Unternehmen anstrebt es Probleme hinsichtlich: des Aufwandes in zeitlicher und finanzieller Natur sowie die Bereitschaft der Führungskräfte und Mitarbeiter zur Veränderung, mit sich bringt.


Einige Beispiele von möglichen Teilzielen soll verdeutlichen welchen Erfolg die Erreichung der nachstehend genannten Teilziele haben kann.

. Optimale Leistungen für unsere Kunden Kundenorientierung, Qualitätsmanagement
. Leistungen optimal erbringen Effizienz, Wirtschaftlichkeit
. Führungsentscheidungen optimieren Kommunikation, Kooperation
. Unnötige Schritte eliminieren Prozesse gestalten, Schnittstellen analysieren
. Abläufe vereinfachen, standardisieren Prozesse standardisieren, Optimierpotentiale definieren

Quellen:

(1) Vgl. Porter, Michael E. ; Wettbewerbsvorteile, 1992
(2) Vgl. Hartmut.F. Binner, Organisations- und Unternehmensmanagement, 1998, S. 10
(3) Vgl. Hartmut.F. Binner, Organisations- und Unternehmensmanagement, 1998, S. 10

 
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