Von der funktionsorientierten- zur prozessorientierten Organisation

Kritik an der funktionsorientierten Organisation

Die im Zusammenhang mit der industriellen Revolution einhergehende Massenproduktion in funktionsorientierten Unternehmen brachte den Menschen in den Industrieländern eine enorme Steigerung des Lebensstandards.
Durch die Massenproduktion konnten viele Produkte wesentlich billiger angeboten werden. Durch die hohe Produktivitätssteigerung waren die Unternehmen auch bereit, den Arbeitern höhere Löhne zu zahlen und kürzere Arbeitszeiten zu gewähren. Die steigende Automatisierung der Produktion konnte die Menschen teilweise von harter körperlicher Arbeit befreien. Die Normung und Spezialisierung konnte eine bis dahin nicht gekannte gleich bleibend gute Qualität der Produkte gewährleisten. Bis weit in die sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts herrschte Vollbeschäftigung in den westlichen Industrieländern, die Nachfrageseite war dominant. Sogar in den Industrieländern des Sozialismus, vor allem in der ehemaligen DDR, konnte ein Fortschritt bis Anfang der siebziger Jahre ausgemacht werden - Ein Zitat dieser Zeit war "Überholen ohne Einzuholen" (Walter Ulbricht).

Die strenge Arbeitsteilung und Spezialisierung bildete viele Zuständigkeitsbereiche, es entstand der so genannte "Wasserkopf" - Ein Synonym für einen großen Verwaltungsapparat. Es erfolgte eine Einteilung der Arbeitnehmer in Weißkittel und Blaukittel. Wobei die Weißkittel (Angestellte, Ingeniere, Laboranten) die vermeintlich wichtigeren Arbeitnehmer darstellten und in der Hierarchieleiter meist weiter oben angesiedelt waren als die Blaukittel - "einfache Arbeiter". Diese mehrschichtigen Unterteilungen waren für eine fast behördliche Struktur von großen Unternehmen verantwortlich. Es entstand das "Dafür bin ich nicht zuständig-Syndrom".

Anfang der achtziger Jahre drängten asiatische, anfangs belächelte, Produkte auf den Märkten der westlichen Industrieländer. Die Welt wurde kleiner (Globale Village - globales Dorf), Transportkosten welche die Produkte teuer machen könnten, wurden durch hohe Produktivität wettgemacht. Die traditionell stark spezialisiert geführten Unternehmen sahen sich einem starken Wettbewerbs- und Innovationsdruck ausgesetzt.

Durch die starre Organisationsstruktur mit den damit verbundenen:

. langen Durchlaufzeiten

. Medienbrüchen

. und hohen Abstimmbedarf

konnte nicht schnell und flexibel genug auf die wachsenden Kundenbedürfnisse eingegangen werden. Des weitern waren die Unternehmen immer kürzeren Produktlebenszyklen ausgesetzt.



Abb. Zuständigkeit Pizzaservice
Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Dr. E. Jarz, FH-Kufstein -Tirol

 
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