Prozesskostenmanagement für den Mittelstand

Dirk Berger

Der allgemein steigende Wettbewerbsdruck im Zuge der Globalisierung hat in den vergangenen Jahren viele Unternehmen zu Rationalisierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen in der Produktion bewegt. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf den dem Produkt direkt zurechenbaren Einzelkosten. Die indirekten Kosten, auch als Gemeinkosten bezeichnet, die dem Produkt nicht direkt zurechenbar sind, wurden auf Grund des vermeintlich geringeren Potentials der Kostensenkung vorerst außer Acht gelassen. Durch den hohen Automatisierungsgrad in der Produktion haben die indirekten Leistungsbereiche zunehmend an Bedeutung gewonnen. Der Anteil an dispositiven Tätigkeiten im Unternehmen, wie Überwachung, Steuerung, Vertrieb oder Qualitätssicherung hat in den letzen Jahren stark zugenommen. Um auch in diesen Bereichen Kostendeckung zu erzielen, wurden die Zuschlagssätze der Gemeinkosten für die Weiterverrechnung immer wieder erhöht. Es entstanden zum Teil Zuschlagssätze von mehreren hundert Prozent. Da im Bereich der Einzelkosten die Einsparpotentiale oft ausgereizt sind, richtet sich der Focus der Unternehmen zunehmend auf den Gemeinkostenblock. Um in diesen Bereich Möglichkeiten der Kostensenkung herauszufiltern, ist es notwendig, die betrieblichen Prozesse und Abläufe genau zu kennen und diese richtig zu bewerten. Aus Kostenrechnerischer Sicht stellt daher die Prozesskostenrechnung den Verbrauch von nicht direkt zurechenbaren Ressourcen viel realitätsnaher dar als bspw. die Verrechnung von Gemeinkosten mit herkömmlichen Zuschlagssätzen. Weiterhin ist die Prozesskostenrechnung ein Verfahren zur Verrechnung, Steuerung und Planung von Gemeinkosten und daher hervorragend geeignet, diesen Kostenbereich transparenter zu machen.(1)


Quellen:
(1) Homburg, Zimmer, "Optimale Auswahl von Kostentreibern in der Prozesskostenrechnung", Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung, 1999, S. 1042-1055.

 
PKR
Organisation
Computer
Allgemeines
Surftipps