Methodik

Aufnahmegegenstand

Die ca. 4 ha große Streuobstwiese in Pönitz wurde Anfang der 1960er Jahre zur privatwirtschaftlichen Nutzung angelegt. Damit wird deutlich, dass, wie in Kap. 2.2 bereits bemerkt, in der ehemaligen DDR eine andere Streuobst - Entwicklung als in der BRD zu dieser Zeit stattfand. Wurden im westlichen Teil Deutschlands großflächig Streuobstbestände vernichtet, benötigte man in Ostdeutschland die privaten Obstanlagen. Die individuelle Obsterzeugung war in der DDR sehr wichtig, da das Obstangebot aus Intensivanlagen und Importen zur Versorgung der Bevölkerung nicht ausreichte und so privatwirtschaftlichen Erfolg brachte.

In angrenzender Nachbarschaft existiert eine weitere, sehr viel ältere Streuobstfläche (ca. 100 Jahre). Diese ist jedoch in einem so schlechten Zustand, dass sie aufgrund der enormen Verbuschung nicht betretbar ist. Die Sukzession ist in diesem Bestand schon so weit vorangeschritten, dass es schwierig sein wird, eine zukünftige Nutzung zu erreichen. Aus diesem Grund liegt aktuell die Konzentration auf dem neueren Teil. Beide Flächen sind durch eine ca. 60 Jahre alte Pappelbepflanzung getrennt.

Zeitpunkt

Die Aufnahme erfolgte im September 2004. Dieser Zeitpunkt wurde gewählt, damit die Äpfel, deren Bestimmung im Vordergrund steht, weitgehend reif gepflückt werden konnten. Die Bestimmung durch den Pomologen erfolgte Ende September auf dem Bauernmarkt in Bad Düben.

Vorgehensweise

Zuerst galt es, sich einen Gesamtüberblick über die Streuobstwiese zu verschaffen. Nach den ersten Eindrücken musste eine Systematik gefunden werden, effektiv die Obstarten und Obstsorten zu kartieren. Die Obstbäume stehen in relativ geraden Reihen, so dass es möglich war, die Baumreihen mit Buchstaben von A bis L zu kennzeichnen und jedem Baum eine Nummer zu geben. So wurden die 12 Baumreihen abgegangen und die Baumart vermerkt. Von den Apfelbäumen wurde zusätzlich eine Obstprobe von 2 bis 3 Äpfeln pro Baum entnommen. Diese wurden für jeden Baum getrennt in kleine Tüten verpackt und mit der Baumreihe und Baumnummer gekennzeichnet. So konnten die Apfelsorten nach der Bestimmung den Apfelbäumen zugeordnet werden. Die gleiche Probenentnahme wurde für die Birnen durchgeführt. Leider war es nicht möglich, von allen Apfel- und Birnenbäumen Proben zu entnehmen, da viele Bäume gar keine Früchte trugen oder die Äpfel und Birnen sehr klein oder faulig waren. Bei den Birnen war die Ausbeute noch wesentlich geringer.
Für die Pflaumen und Kirschen wurde keine Sortenbestimmung durchgeführt. Gespräche mit dem Sohn des ehemaligen Besitzers ergaben, welche ursprünglichen Sorten sein Vater gepflanzt hatte. Alle Unterlagen sind noch vorhanden. Sofern keine Nachpflanzungen vorgenommen wurden, kann davon ausgegangen werden, dass die ursprünglichen Sorten noch an ihrem Standort stehen.


 
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