Obstartenbestimmung

Ein wesentliches Charakteristikum der Streuobstbestände ist ihre Arten- und Sortenvielfalt. Im Unterschied zu modernen Intensivobstanlagen finden sich innerhalb eines Streuobstbestandes in der Regel nicht nur verschiedene Sorten einer Obstart, sondern auch verschiedene Obstarten.

Apfelbäume sind im Pönitzer Streuobstbestand mit Abstand am stärksten vertreten. Zum Zeitpunkt der Kartierung ergab sich im Pönitzer Streuobstbestand folgende Obstarten-Verteilung:

Tabelle 3: Obstartenzusammensetzung auf der Streuobstwiese Pönitz
Quelle: eigene Erhebung

Neben den Hauptobstarten existieren 10 Sauerkirschbäume (6 davon tot) und 1 Quittenbaum. 22 Bäume des Gesamtbestandes sind Laubbäume (Esche, Holunder, Schlehe, Eiche), die durch die vernachlässigte Pflege entstehen konnten und entfernt werden müssen.
Die Anordnung der Pflaumen-Baumreihen als erste und letzte Reihe ist dabei typisch für einen bäuerlichen Obstgarten. Historisch trennte i. d. R. immer eine Pflaumen-Baumreihe den Garten zum Feld hin ab. Sie wurde einem traditionellen „Zwetschenzaun“ (Dichtpflanzung aus Zwetschenbäumen) nachempfunden, aber locker gepflanzt, um den Obstgarten nicht zu dicht von der Umgebung abzuschirmen (Erlebnisfähigkeit) (LOTT 1993).

Obstsortenbestimmung

Alte Obstsorten mit ihren wohlklingenden Namen geraten immer mehr in Vergessenheit. Man schätzt die Hauptsorten aus der „guten alten Zeit“, die schon die Eltern und Großeltern kultivierten und mit denen sich Kindheits- und Jugenderinnerungen verbinden. Da die Sortenkenntnis in unserem Land immer mehr zurückgeht ist es umso wichtiger, die vorhandenen Reste an Sortenkenntnis durch Pomologen oder ältere Eigentümer zu sichern. Aufgrund des Zeitraumes der Erhebung konnte sich nur auf die Bestimmung der Äpfel und Birnen beschränkt werden.
Auf der Streuobstwiese Pönitz konnten 27 alte Apfelsorten und 3 alte Birnensorten mit Hilfe des Pomologen Herrn Wilfried Müller aus Aue bestimmt werden.

Foto 1: Bestimmung der Obstsorten auf dem Bad Dübener Bauernmarkt; Christine
Kirschner und der Pomologe Herr Wilfried Müller, September 2004
Quelle: NABU

In den Tabellen A – L (siehe Anhang) sind die Obstarten und - wenn bestimmbar - die Obstsorten benannt. Des Weiteren wurden Angaben zum Zustand der Bäume gemacht. Dabei wurde vermerkt, ob ein Baum tot, sehr trocken oder sehr klein ist. Zusammenfassend werden im Folgenden die kartierten alten Obstsorten auf der untersuchten Streuobstwiese benannt. Dabei konnten nur die Bäume (117) erfasst werden, die Fruchtbehang aufwiesen.

Tabelle 4: Kartierte Apfelsorten Quelle: eigene Erhebung

Da sehr viele Bäume keinen Fruchtbehang hatten oder die Äpfel sehr klein und beschädigt waren, sind pro Apfelsorte teilweise nur sehr wenige Bäume angegeben. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die anderen Apfelbäume zum größten Teil diesen Sorten angehören. Eine ergänzende Sortenbestimmung wäre in den kommenden Jahren wünschenswert. Dasselbe trifft auf die Birnen zu.

Tabelle 5: Kartierte Birnensorten Quelle: eigene Erhebung

Die Einsicht in die Unterlagen des ehemaligen Eigentümers ermöglichte einen Überblick über die ursprünglich gepflanzten Sorten. Es ist anzunehmen, dass eine Vielzahl dieser alten Obstsorten auf der Pönitzer Streuobstwiese auch heute noch existiert. Die Obstsorten in kursiver Schrift geben dabei die bereits bestimmten Obstsorten an.

Tabelle 6: ursprünglich gepflanzte Apfelsorten Quelle: Unterlagen des Eigentümers

Tabelle 7: ursprünglich gepflanzte Birnensorten Quelle: Unterlagen des Eigentümers

Tabelle 8: ursprünglich gepflanzte Kirschensorten Quelle: Unterlagen des Eigentümers

Tabelle 9: ursprünglich gepflanzte Pflaumensorten Quelle: Unterlagen des Eigentümers

Der Vergleich der ursprünglich gepflanzten Sorten mit den heute vorhandenen Sorten ergibt eine Übereinstimmung von 11 Apfelsorten und einer Birnensorte. 4 Apfelsorten und 6 Birnensorten konnten auf Grund der fehlenden Früchte nicht bestimmt werden oder existieren im heutigen Bestand nicht mehr (entfernt, ausgetauscht oder abgestorben). 16 Apfelsorten und 2 Birnensorten sind neu dazu gekommen oder konnten zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestimmt werden. Die Erweiterung der Sorten basiert aus der Nachpflanzung in den 70er Jahren.


 
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