Streuobstwiesen - Ökologische Bedeutung und Konzept zum Erhalt einer gefährdeten Kulturlandschaft.

Das Beispiel Taucha / Pönitz (Sachsen). - Regionale Besonderheiten/Unterschiede

Vor allem für den süddeutschen Raum gibt es umfangreiche Publikationen und wissenschaftliche Untersuchungen, die sich mit Themen der Streuobstwiesenproblematik auseinandersetzen. Es wurden zahlreiche Kartierungen und Betrachtungen der verschiedensten Obstbestände in der Landschaft durchgeführt, die zu einer Reihe von Feststellungen und Erkenntnissen geführt haben. Die wichtigste und einfachste ist jedoch: In jedem Ort ist der Streuobstbau anders, überall gibt es eigene Verhältnisse und Entwicklungen und demzufolge auch eigene Erscheinungsformen. Die Beschäftigung mit Streuobst und Bestrebungen zu seiner Erhaltung bleiben unsinnig, wenn dabei nicht die jeweiligen örtlichen und privaten Erscheinungen erkannt und zugrunde gelegt werden (vgl. Anhang Bundesländerverteilung)

Für den ostdeutschen Raum gibt es wenige Untersuchungen über die Streuobstwiesen - Thematik (z.B. HARANT 1995, JÜNGER 1995, LOTT 1993, PETERSON 1995, ZUREK 1997). In Sachsen existieren in vielen Regionen Streuobstwiesen, jedoch sind diese in der Regel klein und werden kaum mehr wirtschaftlich genutzt. Vor allem in den Dörfern haben sich die ehemaligen Obstgärten, die Jahrhunderte lang ganz selbstverständlich zu den einzelnen Gehöften gehörten und genutzt wurden, erhalten. Auch im Leipziger Raum waren Streuobstwiesen relativ weit verbreitet. Mit Beginn der Devastierung der Landschaft durch den großflächigen Kohletagebau wurden jedoch große Flächen vor allem im Leipziger Südraum vernichtet. Jedoch gibt es noch, beispielsweise um Altenburg und Kohren-Sahlis, intakte und in Einheit mit Dorf, Landschaft und Nutzung gewachsene Obstgürtel. Aber auch diese noch bestehenden Relikte des bäuerlichen Wirtschaftens werden zunehmend aus der Landschaft verschwinden, wenn deren Wert nicht wieder erkannt wird. Der NABU Sachsen engagiert sich neben anderen (Naturschutz)Verbänden für den Erhalt dieser wertvollen Kulturbiotope und vermarktet in drei sächsischen Regionen Obst von Streuobstwiesen. Die Schwerpunkte liegen im Raum Chemnitz (Landkreis Mittweida), im Raum Aue - Schwarzenberg und im Leipziger Raum (z.B. Kohrener Land, Landkreis Delitzsch). Des Weiteren existiert auch im Raum Dresden eine NABU-Streuobstgruppe, die jedoch nur Streuobstwiesen pflegt, das Obst aber nicht vermarktet.

 
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